Ist London 2012 eine Sportveranstaltung?

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Am 18. April verkündeten die Medien: 100 days to go! Gardesoldaten der Queen hatten sich am Vortag auf dem Paradeplatz “Horse Guards Parade” zu einer 100 aufgestellt.

Horse Guards Parade - 18. April 2012

Es wird interessant sein, ob ab jetzt vielleicht der Sport ein bisschen mehr in den Mittelpunkt rücken wird. Bisher haben die britischen Medien hauptsächlich über den Fortschritt der Bauarbeiten berichtet, über die enormen Kosten, die für die Sicherheit veranschlagt sind, über die Kosten der Olympischen Spiele 2012 überhaupt und über die Einschränkungen die zum Beispiel von den Sponsoren erzwungen wurden, beziehungsweise von Polizei und Sicherheitskräften bereits jetzt durchgesetzt werden. In hunderten von Zeilen wird über die Eröffnungs- und die Schlussfeiern berichtet. Über die Gelegenheit, die diese dem Land bieten, sich selbst darzustellen, vergangene Errungenschaften und zukünftige Leistungen zur Schau zu stellen. Über Sport und Athleten berichtet eigentlich kaum jemand.

Anfang April war in den Zeitungen zu lesen, dass keinerlei indirekte Werbung für Produkte erlaubt sei, die nicht zu den offiziellen Sponsoren zählen. So ist es verboten jemandem außerhalb des Stadiums zu tweeten, wie gut der Konkurrenz-Hamburger schmeckt, oder die Bierdose eines Wettbewerbers hochzuhalten, wenn diese möglicherweise von einer Kamera im Stadium erwischt werden könnte.

Sicherheitsbeamte hindern schon jetzt normale Bürgerinnen und Bürger daran, Austragungsstätten wie zum Beispiel die O2-Arena in Greenwich zu fotografieren oder alarmieren die Polizei.

Inzwischen ist auch die erste Verwarnung gegen asoziales Verhalten (asbo: anti-social behaviour order) erteilt worden. Der 29-jährige Simon Moore hatte mit Anwohnern und Mitgliedern der Occupy-Bewegung gegen den Bau eines Trainingsgebäudes in der Nähe des Olympiageländes protestiert. Jetzt erreichte Scotland Yard, dass Moore sich nicht nur den olympischen Austragungsstätten nicht nähern darf. Es ist ihm auch verboten, sich in der Nähe von Veranstaltungen zum Thronjubiläum der Königin, der Flaggenparade (Trooping the Colour) am offiziellen Geburtstag der Queen und der Zeremonie zur Eröffnung des Parlaments durch Elizabeth II.  aufzuhalten.